Fitnesstracker und sensible Gesundheitsdaten

Es gibt immer mehr von ihnen: Fitnesstracker, mit denen wir Schlaf, Ernährung und Aktivität beobachten können. Überwacht fühlen sich die einen, als Anreiz zu einem gesünderen Lebensstil verstehen sie andere. Doch wie wird das Thema Datenschutz bei den Geräten beachtet.

Mit der ‚Apple Watch‘ und anderen Smartwatches mit integriertem Fitness-Profil werden Fitnesstracker zunehmend zum Massenphänomen. Sie zeichnen Körper- und Aktivitätsdaten beim Sport und jeder anderen Bewegung auf. Die aufgezeichneten Daten lassen sich anschließend am PC oder mit einer entsprechenden App auswerten. Zunehmend zeigen sich auch Möglichkeiten für den medizinischen Anwendungsbereich. Diabetiker, Herzpatienten und chronisch Kranke können ihren Blutzucker, den Herzrhythmus oder ihren Krankheitsverlauf bereits eigenständig überwachen. Einige Krankenkassen unterstützen daher mittlerweile sogar den Kauf solcher Wearables mit einem Zuschuss. Doch wie sieht es mit dem Datenschutz bei solch sensiblen Daten aus?

Fitness-Tracker als Datensammler

Ob Hobbysportler oder Patient – bevor man sich in die wachsende Gruppe der Nutzer in Deutschland eingliedert, sollte man sich eines bewusst machen: All diese kleinen Geräte sammeln laufend Unmengen von Daten. Je mehr Funktionen man nutzen möchte, desto mehr Angaben müssen getätigt werden. Diese reichen vom Standort, mit dem die Tracker die Laufstrecke überwachen können, bis hin zu Daten zum Ernährungs- und Schlafverhalten. In der EU gelten diese durch Fitnesstracker erhobene Daten als besonders schützenswerte persönliche Daten, sobald sie Rückschlüsse über den Gesundheitszustand zulassen. Das ist regelmäßig der Fall, weil es Sinn und Zweck der Geräte ist, die Gesundheit des Nutzers zu überwachen.

Welche Daten werden erfasst?

Bei den meisten Geräten wird der Nutzer aufgefordert, Angaben zu Größe, Gewicht und Geschlecht zu machen. Im Folgenden werden dann Daten erfasst wie die Herzfrequenz oder zurückgelegte Schritte. Auch die Schlafqualität wird aufgezeichnet. Oft sind die Geräte noch mit Ernährungs-Apps verknüpft, so dass auch die Essgewohnheiten gespeichert werden.

Wer hat auf diese Daten Zugriff?

Die gesammelten Daten der Fitness-Tracker verbleiben in der Regel nicht auf dem Armband, sondern werden mittels Bluetooth mit dem Smartphone synchronisiert. Nach der Synchronisation gelangen die Daten in der Regel auch auf die Server der Anbieter. Der Standort der Server ist nicht immer klar, oft befindet er sich außerhalb der EU. Damit werden Daten in ein sogenanntes Drittland übertragen. Oftmals landen sie auch bei anderen Unternehmen, da die Anbieter nicht nur daran interessiert sind die Verträge zu erfüllen, sondern die Daten darüber hinaus weitergehend zu nutzen.

Die Anbieter müssen seit der Einführung der DSGVO darüber informieren, wie sie mit den Daten umgehen. Lesen Sie sich die Datenschutzinformationen unbedingt sorgfältig durch und entscheiden Sie dann, ob Sie den Tracker verwenden wollen.

Achten Sie auf Datensparsamkeit

Auch wenn über die Fitnesstracker viele, auch sensible, Daten gesammelt werden, gibt es gute Gründe, diese Geräte zu nutzen. Richtig eingesetzt, können sie einen Beitrag zu einem gesünderen Leben liefern. Doch nicht alles, was dort gesammelt wird, ist wirklich sinnvoll. Daher sollte man unbedingt vor der Nutzung überprüfen, welche Daten gesammelt und verteilt werden. Folgende Punkte sollte man beachten:

  • Beachten Sie die Berechtigungen, die Sie den Apps der Fitnesstrackern einräumen. Nicht alle sind notwendig, schränken Sie diese im Zweifelsfall über die Einstellungen in ihrem Smartphone auch ein.
  • Tragen Sie die Wearables nicht immer und überall, sondern nur, wenn Sie sie tatsächlich benötige, zum Beispiel beim Sport.
  • Achten Sie darauf, dass die Datenübertragung (etwa in eine Cloud) nur auf verschlüsseltem Wege erfolgt.
  • Lesen Sie die Datenschutzhinweise des Anbieters. Er ist dazu verpflichtet, Angaben zu der Verwendung der erhobenen Daten und den Datenkategorien zu machen. Auch ob er die Daten weitergibt und an wen, muss er darstellen. Beurteilen Sie selbst, ob Sie hiermit einverstanden sind. Fehlen diese Angaben, liegt es mit dem Datenschutz auf jeden Fall im Argen und sie sollten einen anderen Anbieter wählen.
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