Mitarbeiterfotos und DSGVO

Ein Unternehmen ist nicht nur Arbeitgeber, sondern auch eine soziale Gemeinschaft. Ein Unternehmen lebt von seinen Mitarbeitern und der Unternehmenskultur. Daher ist es mittlerweile üblich, Mitarbeiterfotos auf der Firmenwebseite zu veröffentlichen. Gelegenheit für repräsentative Fotos gibt es viele. Gerne werden Fotos von Betriebsfeiern genutzt, um ein positives Bild in der Öffentlichkeit zu schaffen. Dem Interesse des Arbeitgebers steht jedoch das Recht des Arbeitnehmers am eigenen Bild entgegen. Entsprechend der Datenschutz-Grundverordnung müssen Arbeitgeber beachten, dass die Veröffentlichung des Fotos regelmäßig von der Einwilligung des Mitarbeiters im Sinne des Art. 4 Nr. 11 DSGVO abhängig ist.

Verhältnis von DSGVO, Bundesdatenschutzgesetz und Kunsturhebergesetz (KunstUrhG)

Gemäß § 22 KunstUrhG ist zunächst lediglich eine formfreie oder konkludente Einwilligung der betroffenen Personen zur Veröffentlichung ihrer Bilder erforderlich. Weiter kann nach dem KunstUrhG diese Einwilligung nur widerrufen werden, soweit sich Umstände seit ihrer Erteilung geändert haben. Scheidet ein Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus, erlischt die erteilte Einwilligung daher nicht automatisch. Der jeweilige Mitarbeiter muss die erteilte Einwilligung ausdrücklich widerrufen. In diesem Fall ist das betriebliche Interesse des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitnehmer abzuwägen.

Das BDSG ist weit enger und damit strenger, als die zuvor genannte Regelung: Eine Einwilligung muss schriftlich und freiwillig erfolgen. Der Arbeitgeber darf also keinen Druck ausüben, um die Mitarbeiter zur Einwilligung zu veranlassen. Des Weiteren muss der Zweck der Verarbeitung angegeben werden und ein Hinweis auf ein jederzeit bestehendes Widerrufsrecht ohne Angabe von Gründen erfolgen.

Veranstaltungen und Fotos

Das KunstUrhG beinhaltet keine Rechtsgrundlage zur Erhebung von Daten, sondern lediglich Rechtsgrundlagen für die Veröffentlichung von Fotografien.

Nach der Datenschutz-Grundverordnung ist die Verarbeitung („Erhebung“) von Pressefotografien, die auf Veranstaltungen von Berufsfotografen entstehen, nicht nur über eine Einwilligung möglich.

Es kann ebenso ein berechtigtes Interesse des professionellen Fotografen bestehen, seiner Betätigung nachzugehen und seinen Vertrag zu erfüllen. Ob diesem Interesse dennoch schutzwürdige Interessen der betroffenen Personen entgegenstehen, ist im Einzelfall zu betrachten.

Grundsätzlich bestehen auch hier Informationspflichten des Fotografen nach Art. 13, 14 DSGVO. Allerdings kommt hier die Ausnahme nach Art. 11 Abs 2 DSGVO oder Art. 14 Abs. 5 DSGVO in Betracht. Es besteht keine Informationspflicht des Fotografen, soweit sich die Erteilung der Informationen als unmöglich erweist oder einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordern würde.

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